Male dein eigenes Mandala

 

So komplex wie ein Mandala aussehen mag, du wirst schnell sehen, dass es gar nicht so kompliziert ist. Alles was du brauchst, ist Genauigkeit, Sinn für Farben, etwas Inspiration (die meistens von selbst kommt) und Geduld. Und so geht es...

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Du brauchst:

 

1) Einen ca. 30cm x 30cm Bogen Aquarellpapier oder Leinwand

 

2) Einige kleine Pinsel 000 bis 2

 

3) Gouache oder Acrylfarben

 

4) Einen Zirkel

 

5) Einen spitzen Bleistift (am besten ist ein Minenbleistift, den man nicht zu spitzen braucht)

 

6) Ein Winkeldreieck

Jetzt können wir anfangen...

 

Mache einen Bleistiftpunkt in die Mitte deines Bogens oder deiner Leinwand. Mit dem Zirkel ziehe einen Kreis mit 14cm Radius (du kannst natürlich deine eigene Größe bestimmten, dies ist das Maß unseres Beispieles). Ziehe eine Linie von der Mitte des Kreises zum Rand hin. Mit dem Winkeldreieck zeichne eine neue Linie in 30° Abstand, dann noch eine und noch eine bist du den ganzen Kreis in 12 Teile geteilt hast. (Du kannst den Kreis auch in mehr oder weniger Teile unterteilen. 360° können 12 x 30°, 16 x 22,5°, 18 x 20° oder 8 x 45°sein. Weniger würde wahrscheinlich nicht so interessant aussehen.)

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Jetzt hast du die Basisstruktur. Wie du von hier aus weitermachst, hängt von deinem Entwurf ab. Für unser Beispiel fangen wir mit einem inneren Kreis von ca. 3cm Durchmesser an, den ich mit dem Zirkel gezeichnet habe. Ich arbeite hier mit Acrylfarben auf einem Stück Segeltuch. Im Allgemeinen ist es gut, die Bleistiftlinien ganz dünn und hell zu halten, weil sie sonst durchscheinen.

 

In die Mitte des kleinen Kreises will ich einen kleinen Stern mit einem einfachen Muster in zwei Blautönen malen. Die eine Hälfte des blauen Feldes ist heller, die andere dunkler. Im nächsten Stück spiegele ich diese blaue Feld und immer so weiter bis der Kreis voll ist.

 

 

 

Jetzt habe ich mich allerdings entschlossen, meinen Entwurf etwas abzuändern und einige Akzente zu setzen, damit das Ganze etwas mehr Tiefe bekommt. Etwas weiß auf dem helleren Blau und einen dunkleren Ton auf dem dunkleren Blau erzeugt den Eindruck von Wellen. (rechts)

Und hier ist der nächste Schritt in unserem Entwurf. Ich möchte einen Stern um das Mittelmotiv haben. Ich habe sorgältig die Abstände zum Mittelpunkt hin gemessen, damit alles gleichmäßig wird. (links) Und so habe ich die Farben benutzt: Ich habe versucht, das Rot, Orange und Gelb in sanfte Übergänge zu verwischen. Um diesen Effekt zu erreichen, muss man schnell genug arbeiten, indem man die zweite Farbe hinzufügt während die erste noch feucht ist. Acrylfarben trocknen nicht ganz so schnell wie Gouache. Wo zwei Farben aufeinander treffen, z.B. Rot und Orange, wische ich mit dem Pinsel etwas über den Rand, um die Farben leicht zu vermischen. Manchmal muss man den Pinsel ein wenig anfeuchten. Oder aber ich benutze eine Farbe stark verdünnt und wische sie ein wenig in die andere. Du wirst ein bisschen experimentieren müssen, je nach Material und Medium.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier ist eine Detailansicht des Farbüberganges. (links) Jetzt können wir unser Muster ein bisschen weiter ausarbeiten. .

 

 

Ich habe mich für ein Pflanzenmuster entschieden. Hier kannst du die Spiegel- technik sehen, die den kaleidoskopischen Effekt zustande bringt. Wenn du eine nicht- geometrische Form wählst, kann das Spiegeln etwas schwierig sein. Deshalb male ich manchmal erst alle Formen in die eine Richtung und dann alle in die andere.

 

 

Hier habe ich anscheinend einen Schritt im Fotografieren überschlagen...Du kannst aber sehen, was ich dem Muster hinzugefügt habe. Es gibt zwei Arten, ein Mandala zu ent- werfen. Du kannst entweder in der Mitte anfangen und Elemente hinzufügen je nach Inspiration. Das ist die Methode in unserem Beispiel. Ich schaue (oder "starre") zwischendurch eine Weile auf das, was ich bisher gemacht habe und lasse dann den nächsten Schritt vor meinem geistigen Auge entstehen. Ich bin allerdings immer vorsichtig mit Farbkombinationen und versuche, nicht zu viele Kontraste einzubauen. Aber das ist eine Sache des persönlichen Geschmacks. Wenn du es richtig farbenfroh magst, prima. Die andere Methode besteht darin, einen ganzen Entwurf für ein Stück des Kreises auf Papier auszuarbeiten bevor man überhaupt mit dem eigentlichen Mandala anfängt. Diese Methode ist mehr für komplizierte und nicht-geometrische Muster geeignet. Ich werde diese Methode später meiner Website hizufügen.

Kurvige Muster zeichne ich erst mit Bleistift vor. Nur ganz leicht, sodass die Linien nicht durch die Farbe scheinen. Im Falle des Rot zwischen den Sternspitzen habe ich die Kurven erst gemalt, dann vorsichtig die Zwischenräume mit Rot ausgefüllt und dann noch einmal mit Gelb alles ausgesäubert.

In diesen beiden Fotos kannst du sehen wie man Tiefe in eine einfache Farbe arbeitet. Hellere und dunklere Töne sowie Ränder erzeugen diesen Effekt. Im Falle der "Sonnenstrahlen" habe ich mit Ockergelb angefangen, dann etwas Rot hinzugefügt und ein wenig in die Spitzen gearbeitet mit den Farbübergängen wie eher beschrieben. Ich habe ein einen etwas dunkleren Ton dieses Orange für die Ränder benutzt. Am unteren Ende jedes Strahles habe ich ein wenig Weiß angebracht.

 

 

 

Hier ist ein Detailbild. Ich habe um das grüne Dreieck auch eine dunklere Linie gezogen und direkt daneben eine Art Schatten (man kann es hier nicht so gut sehen, später sehen wir noch bessere Beispiele). Auf diese Weise kann man eine gewisse Tiefe zwischen verschiedenen Formen erreichen.

 

 

 

 

Dies ist ein kleiner Sprung...Ich hatte das Gefühl, dass das Bild etwas Kontrast braucht und habe das Himmelblau gewählt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Und das Pflanzenmuster ist auch wieder da...Im Detailfoto kannst du den Spiegeleffekt sehen.

 

 

 

 

Hier ist ein neuer Kontrast. Was Farb- kombinationen betrifft, beschränke ich mich normalerweise auf drei Hauptfarben, mit denen ich dann Variationen mische. In unserem Beispiel sind dies Ockergelb, Blau (Kobalt und Ultramarin) und Karminrot. Ich habe etwas Weiß und rot für den größeren Stern benutzt und aus Ockergelb und Blau habe ich das Grün gemischt, das ich nur sparsam verwende.

 

 

 

 

 

 

Links ein Detailbild des roten Sterns.

Und hier ist die Verzierung des Sterns.

 

Der nächste Schritt ist ziemlich deutlich.

 

Wir nähern uns langsam dem äußeren Rand. Ich habe mich für einen weiteren Kontrast entschieden.

 

 

...und es wurde eine Sternennacht!

 

 

 

© 2011 Andrea Braun-Radnedge